Die Folgen des diesjährigen Sommers sind in den Wäldern rund um Tuttlingen deutlich sichtbar. Anhaltende Hitze und Trockenheit haben viele Bäume geschwächt. Dadurch konnten sich Schadinsekten stark vermehren. Besonders betroffen ist nach Angaben der Stadt der Leutenberg im Raum Tuttlingen.

Forstleute entfernen derzeit befallene Bäume und sichern gefährdete Bereiche entlang von Wegen und Straßen. In mehreren Waldgebieten müssen einzelne Bäume oder ganze Baumgruppen gefällt werden, um eine weitere Ausbreitung der Schäden zu begrenzen. Nach ersten Schätzungen geht es um mehrere tausend Festmeter geschädigten Holzes.

Fichten, Buchen und Tannen betroffen

Vielerorts sterben Fichten, Buchen und sogar Tannen ab. Die Stadt weist darauf hin, dass inzwischen auch Baumarten leiden, die lange als widerstandsfähig galten. Dazu zählt die Tanne. Der fehlende Regen erschwert es den Bäumen, sich gegen Schädlinge ausreichend zu wehren.

Die Fällungen sollen nicht nur Gefahren für Menschen beseitigen. Sie sind zugleich Teil der sogenannten Waldhygiene. Damit sind Maßnahmen gemeint, die verhindern sollen, dass sich Schädlinge und Krankheiten weiter ausbreiten. Absterbende Bäume bieten Borkenkäfern und anderen Schadorganismen gute Bedingungen zur Vermehrung. Werden sie nicht rechtzeitig entfernt, können weitere gesunde Bäume befallen werden.

„Dieser Sommer war eine stille Naturkatastrophe!“

Das sagt Forstbezirksleiter Dr. Bernhard Beinhofer. Revierleiter Berthold Schellhammer vom Forstrevier Tuttlingen-Staat betont, die Aufarbeitung befallener Bäume sei ein Beitrag zum Schutz der verbleibenden Waldbestände und keine wirtschaftlich motivierte Maßnahme.

Ziel sind klimaangepasste Mischwälder

Die Arbeiten im Staatswald übernehmen ForstBW und beauftragte Unternehmen. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen Platz für die nächste Waldgeneration schaffen. Angestrebt werden Mischwälder, die besser mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen.

„Wir können das Wetter nicht ändern. Aber wir reagieren bei Schäden schnell, um sie einzudämmen, haben unser Waldbaukonzept angepasst und pflegen unsere jüngeren Bestände für einen zukunftsfähigen Wald“, erklärt Beinhofer mit Blick auf die kommenden Jahre.

Lebensgefahr bei Missachtung der Absperrungen

Während der Arbeiten werden Wege zeitweise gesperrt. ForstBW bittet alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, die Absperrungen zu beachten. Bei Baumfällungen und beim Einsatz schwerer Maschinen besteht Lebensgefahr. Die Sperrungen dienen nach Angaben der Stadt ausschließlich der Sicherheit der Bevölkerung.