Der Tuttlinger Bewegungspass wächst weiter: Eine erneute Zertifizierungsveranstaltung war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Dabei wurden Erzieherinnen aus Kindertageseinrichtungen und Übungsleiterinnen aus Sportvereinen gemeinsam dafür qualifiziert, das Programm mit Kindern umzusetzen. Seit Ende 2025 stehen dafür außerdem zwei neue Multiplikatorinnen zur Verfügung.

Der Landkreis Tuttlingen setzt mit dem Bewegungspass auf eine enge Verbindung von frühkindlicher Bildung und organisiertem Sport. Das Programm richtet sich an Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren. Sie sollen spielerisch grundlegende motorische Fähigkeiten wie Laufen, Springen, Balancieren, Klettern und den Umgang mit dem Ball entwickeln. Die Übungen lassen sich sowohl in den Kita-Alltag als auch in Angebote von Sportvereinen integrieren.

Zwei neue Multiplikatorinnen für das Programm

Die neuen Multiplikatorinnen heißen Anna-Lena Keller und Stephanie Schäfer. Beide wurden vom Amt für Sport und Bewegung der Landeshauptstadt Stuttgart gezielt für die Durchführung von Bewegungspass-Zertifizierungen qualifiziert.

Keller ist Sportwissenschaftlerin mit Masterabschluss. Ihre Masterarbeit befasste sich mit dem Tuttlinger Bewegungspass. Bei der aktuellen Veranstaltung war sie erstmals als Multiplikatorin bei einer vollständig ausgebuchten Zertifizierung im Einsatz. Die Teilnehmenden erhalten laut Landkreis nicht nur theoretische Grundlagen, sondern auch praktische Anregungen, die unmittelbar in Kindertageseinrichtungen oder Sportvereinen verwendet werden können.

Kitas, Sportvereine und weitere Einrichtungen beteiligt

Eine zentrale Rolle bei der Verankerung des Bewegungspasses im Landkreis spielt die Zusammenarbeit der Kommunalen Gesundheitskonferenz mit dem Sportkreis Tuttlingen. Sylvia Broschk, Geschäftsführerin der Kommunalen Gesundheitskonferenz, und Margarete Lehmann vom Sportkreis Tuttlingen wollen das Programm weiter bekannt machen. Dabei sollen neben Kitas insbesondere Sportvereine sowie deren Übungsleiterinnen und Übungsleiter gewonnen werden.

Finanziert und unterstützt wird der Bewegungspass von der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Nach Angaben des Landkreises erreichen Kindertageseinrichtungen viele Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Sportvereine können anschließend dazu beitragen, Bewegungserfahrungen über den Kita-Alltag hinaus fortzusetzen und den Zugang zu regelmäßiger sportlicher Aktivität zu erleichtern.

Im Landkreis ist das Programm deshalb inzwischen breiter aufgestellt. Neben Kindertageseinrichtungen werden auch Sportvereine, Tagespflegepersonen und die Fachschule für Sozialpädagogik einbezogen. Für Vereine bietet der Bewegungspass die Möglichkeit, frühzeitig mit Kindern und Familien in Kontakt zu kommen und Bewegung als selbstverständlichen Teil des Alltags zu vermitteln.

Die große Nachfrage nach der jüngsten Zertifizierung zeigt, dass das Interesse an qualifizierter Bewegungsförderung anhält. Mit Keller und Schäfer soll das Engagement im Landkreis weiter ausgebaut werden. Der Bewegungspass verbindet damit Gesundheitsförderung, Kita und Verein – mit dem Ziel, dass aus Freude an Bewegung langfristig Freude am Sport entsteht.