Nach dem tödlichen Schusswechsel im Tuttlinger Rathaus soll die Stadtverwaltung offen bleiben. Oberbürgermeister Michael Beck dankte den Einsatzkräften für ihr Vorgehen und kündigte zugleich an, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zu optimieren.

Am Donnerstag gegen 12 Uhr war nach Angaben der Stadt ein bewaffneter Mann im Rathaus gesichtet worden. Polizeibeamte trafen ihn im Innenhof des Gebäudes an. Unmittelbar danach eröffnete der Mann das Feuer auf die Beamten. Die Polizisten erwiderten die Schüsse; der Mann starb anschließend auf den Stufen vor der Stadtwache.

Rathaus am Freitag wieder geöffnet

Unmittelbar nach dem Polizeieinsatz blieb das Rathaus zunächst geschlossen. Am Freitag war es nach Angaben der Stadt wieder regulär geöffnet. In einer E-Mail wandte sich OB Michael Beck an diesem Tag an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sprach von Erleichterung darüber, dass außer dem Schützen niemand verletzt worden sei.

„Zuallererst möchte ich meine Erleichterung darüber ausdrücken, dass - bis auf den Schützen selber - niemand verletzt wurde“

Beck sprach der Polizei seinen Dank für den Einsatz aus. Die Beamten hätten in kürzester Zeit eine Entscheidung mit lebensgefährlichen Konsequenzen treffen müssen.

„schnellen, professionellen und entschlossenen Einsatz.“
„in Sekundenbruchteilen über Leben oder Tod entscheiden.“

Betroffene Beschäftigte erhalten Unterstützung

Mehrere Beschäftigte hatten das Geschehen aus nächster Nähe beobachtet. Nach Angaben der Stadt sahen sie die tödlichen Schüsse von der Stadtwache oder aus Büros entlang der Helfereistraße. Für Mitarbeitende, die Zeugen des Geschehens geworden waren, wurde eine psychologische und seelsorgerische Betreuung angeboten.

Nach dem Vorfall will die Stadt ihr Sicherheitskonzept weiterentwickeln. Das Rathaus soll dabei nicht grundsätzlich zu einer abgeschotteten Einrichtung werden. Beck betonte, dass die Verwaltung auch künftig bürgernah, demokratisch und transparent bleiben solle.

„Über all die Jahre waren wir immer ein offenes Rathaus“

Geprüft werden soll deshalb, wie sich Schutz und Zugänglichkeit besser miteinander verbinden lassen. Beck sprach von einer notwendigen Balance zwischen Sicherheit und Offenheit.

„eine gute Balance aus Sicherheit und Offenheit“

Appell gegen politische Instrumentalisierung

Der Oberbürgermeister warnte außerdem davor, das Geschehen politisch auszunutzen. Er wandte sich sowohl gegen unangemessene Kritik an der Polizei als auch gegen pauschale rassistische Hetze. Der Vorfall sei schwerwiegend, entspreche aber nicht dem normalen Alltag in Tuttlingen.

„Sie sind nicht typisch für den Alltag in unserer Stadt. Dieser sieht zum Glück nach wie vor anders aus. Und ich hoffe, dass wir alle schnell in diesen Alltag zurückfinden.“

Die Stadt teilte ihre Informationen am 9. Oktober 2026 unter dem Titel „Nach Schusswechsel“ mit.