Im November 2026 bietet Tuttlingen ein umfangreiches Kulturprogramm mit zehn angekündigten Veranstaltungen. Die Termine reichen von Lesungen und einer Verbindung aus Lyrik und Luftartistik über Konzerte und Kabarett bis zu einem Lernabend für Eltern und einem Nikolauskonzert für Familien. Veranstaltungsorte sind überwiegend die Stadthalle Tuttlingen sowie am 7. November die Angerhalle in Tuttlingen-Möhringen.

Die Programmankündigung der Stadt wurde am 5. Oktober 2026 veröffentlicht. Der erste Termin ist für Dienstag, 3. November, angesetzt; den Abschluss bildet am Sonntag, 29. November, das Nikolauskonzert „Der kleine Muck“.

Literaturherbst beginnt mit New-Adult-Lesung

Den Auftakt macht am Dienstag, 3. November, um 20 Uhr Alexandra Flint in der Stadthalle Tuttlingen. Ihr Auftritt gehört zur Reihe „Tuttlinger Literaturherbst“ und trägt den Titel „The Effect of Hating you“. Co-Moderatorin ist die Buchbloggerin Theresa Haubs.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Dakota und Beckett Atticus. Dakota ist wegen Schulden bei ihrem Akrobatik-Ensemble gezwungen, bei der Wiedereröffnungsshow von Becketts Casino aufzutreten und dort zu trainieren. Beckett wiederum vermutet Dakotas Familie hinter dem tödlichen Unfall seines Vaters ein Jahr zuvor. Zwischen den beiden Figuren stehen deshalb gegenseitiger Hass, Schuld und die Frage nach der Wahrheit. Der Stoff verbindet diese Konflikte mit einer Liebesgeschichte in der Welt des New-Adult-Genres.

Flint stellt dabei ihren ersten Erwachsenenroman vor. „Rivals“ ist als Auftakt einer Romantic-Suspense-Dilogie angekündigt. Die Autorin ist laut Programm zudem als Bestsellerautorin sowie auf Bookstagram und BookTok bekannt.

Am Mittwoch, 4. November, folgt um 20 Uhr in der Stadthalle der Paula-Busch-Abend „Aufleuchten“. Ida Cramer und Sara Spennemann verbinden dabei Lyrik, Schauspiel und Luftartistik am Trapez. Im Zentrum steht die Berliner Zirkusdirektorin Paula Busch, die von 1886 bis 1973 lebte.

Paula Busch übernahm als geschiedene Frau und alleinerziehende Mutter die Leitung des familieneigenen Circus Busch, der 1917 kurz vor dem Bankrott stand. Sie führte den Zirkus durch die Herausforderungen des Krieges und veränderte die Zirkuskunst, indem sie Sprache in die bis dahin stumm erzählten Zirkusstücke einführte. Cramer und Spennemann greifen diese Idee auf und erschaffen mit wenig Ausstattung eine Bühnenwelt zwischen Poesie, Luftartistik, Literatur, Humor, Biografie und Dokumentation.

Musik und Loriot in der Stadthalle

Am Donnerstag, 5. November, gastiert um 20 Uhr Pippo Pollina mit dem Quartetto Acustico in der Stadthalle. Der sizilianische Cantautore präsentiert sein Konzertprojekt „La vita è bella così com’è“ und tritt mit neuer Besetzung sowie seinem Album „Fra guerra e pace“ auf.

Zum Quartett gehören die Cellistin Cecile Grüebler, die Pianistin Elisa Sandrini, der Perkussionist Gionata Colaprisca und der Klarinettist Roberto Petroli. Pollina ist seit mehr als drei Jahrzehnten in der europäischen Singer-Songwriter-Szene aktiv. Das im Dezember 2025 erschienene Album setzt sich mit historischen und aktuellen Kriegen auseinander, beschreibt deren Folgen für Menschen und verbindet das Thema mit einer politischen und zugleich hoffnungsvollen Perspektive.

Am Freitag, 6. November, steht ebenfalls um 20 Uhr die musikalische Lesung „Berta, das Ei ist hart“ auf dem Programm. Die Veranstaltung nach Loriot gehört zum „Tuttlinger Literaturherbst“. Auf der Bühne stehen Christine Sommer, Martin Brambach und Dietmar Loeffler.

Die drei Künstler widmen sich Loriots Szenen aus dem Ehe- und Familienalltag, darunter ein zu lange gekochtes Frühstücksei, ein defekter Fernseher und politische Diskussionen. Brambach und Sommer übernehmen die dialogischen und schauspielerischen Teile, während Loeffler als Pianist, Autor und Regisseur musikalisch unterstützt. Die Veranstaltung erinnert an Vicco von Bülow, der mit Fernsehszenen, Cartoons und Kinofilmen den deutschen Humor prägte.

Kabarett in Möhringen und Klavierabend

Die Angerhalle Tuttlingen-Möhringen ist am Samstag, 7. November, um 20 Uhr Schauplatz von Matthias Brodowys Kabarettprogramm „Sachen gibt’s“. Der hannoversche Kabarettist beschäftigt sich darin mit der Frage, wie Wahrheit und Unwahrheit auseinanderzuhalten sind. Fake News, künstliche Intelligenz, Gerüchte und die menschliche Neigung zur Selbstinszenierung bilden den thematischen Rahmen.

Brodowy wird im Programm als politischer, philosophischer und musikalischer Kabarettist vorgestellt. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Prix Pantheon, der Gaul von Niedersachsen und der Deutsche Kleinkunstpreis.

Am Dienstag, 10. November, folgt um 20 Uhr in der Stadthalle ein Klavierrezital mit Lise de la Salle. Die französische Pianistin spielt Werke von Frédéric Chopin und Franz Liszt. De la Salle erhielt mit vier Jahren ersten Klavierunterricht und gab bereits fünf Jahre später ihr Konzertdebüt in einer Liveübertragung von Radio France. Sie studierte am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse und gewann 2004 die Young Concert Artists International Auditions in New York.

Nach Angaben der Stadt konzertiert de la Salle heute mit bedeutenden Orchestern und in renommierten Sälen weltweit. Ihr Auftritt in Tuttlingen ist als Wiedersehen fast genau fünf Jahre nach ihrem letzten Konzert in der Stadt angekündigt.

Blasorchester, Lernabend und Familienkonzert

Das Städtische Blasorchester Tuttlingen lädt am Samstag, 21. November, um 19.30 Uhr zum Jahreskonzert 2026 in die Stadthalle ein. Das Konzert trägt den Titel „Cities“ und führt musikalisch unter anderem nach Hamburg, Machu Picchu, Dublin und London. Die ausgewählten Werke sollen die Geschichte, Atmosphäre und das Lebensgefühl dieser Orte zwischen Weltoffenheit, Fernweh und Vertrautheit vermitteln.

Am Dienstag, 24. November, richtet sich das Programm an Eltern. Um 19.30 Uhr beginnt in der Stadthalle die „Das Lernen lernen – Live Tour“ mit Jürgen Möller. Der erfahrene Lehrer und Lernexperte stellt praktische und wissenschaftlich fundierte Methoden vor, mit denen Eltern ihre Kinder beim Lernen unterstützen können. Im Mittelpunkt stehen ein stressärmerer Lernalltag, bessere schulische Leistungen, mehr Selbstvertrauen und eine entspanntere Atmosphäre in der Familie.

Den Novemberabschluss bildet am Sonntag, 29. November, um 16 Uhr das Nikolauskonzert „Der kleine Muck“ in der Stadthalle. Die Jugendkunstschule und die Musikschule Tuttlingen bringen das Märchen von Wilhelm Hauff gemeinsam auf die Bühne.

Die Handlung erzählt von Muck, der wegen seiner geringen Körpergröße verspottet wird, nach dem Tod seines Vaters allein und mittellos bleibt und sich auf Wanderschaft begibt. Bei einer alten Frau entdeckt er magische Pantoffeln, mit denen er sich besonders schnell fortbewegen kann, sowie einen Stock, der verborgene Schätze anzeigt. Als königlicher Läufer gelangt er zu Ansehen, verliert aber durch Neid und Intrigen die Gunst des Königs. Schließlich setzt er seine Zauberkräfte ein, um sich zu rächen und sein Recht wiederherzustellen.

Auf der Bühne wirken jüngere Musikerinnen und Musiker der Musikschule sowie eine junge Schauspielgruppe der Jugendkunstschule mit. Vorgesehen sind verschiedene Chöre, Pianistinnen und Pianisten, Instrumentalsolisten, eine Blockflötengruppe sowie ein Streich- und ein Gitarrenorchester. Die Veranstalter kündigen damit einen gemeinsamen Musik- und Theaterabend für Familien an. Angaben zu Eintrittspreisen, Vorverkauf, Barrierefreiheit oder möglichen Änderungen enthält die Mitteilung der Stadt nicht.