Ein Unternehmen aus Tuttlingen unterstützt die Hochschule Furtwangen (HFU) beim Ausbau ihrer Forschung: KLS Martin SE & Co. KG hat die Ausstattung für ein neues Reinraum-Labor im Research Center Rottweil sowie zwei Metall-3D-Drucker gespendet. Das Labor soll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Medizintechnik stärken.
Die Hochschule weihte die Räumlichkeiten anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihres Research Centers in Rottweil ein. Bei der Eröffnung konnten geladene Gäste und die Öffentlichkeit den Reinraum besichtigen. Dabei stellte die HFU auch weitere Forschungsprojekte vor, unter anderem zu Mikroplastik und Roboterarmen.
Kontrollierte Bedingungen für Medizintechnik-Forschung
Der Reinraum entspricht der Klasse ISO 7. Damit ermöglicht er Forschung und Entwicklung unter kontrollierten, partikelarmen Bedingungen. Nach Angaben der Hochschule kann das beispielsweise für die Herstellung von Medizintechnikprodukten genutzt werden.
Prof. Dr. Volker Bucher, Leiter des Instituts für Mikrosystemtechnik, erklärte bei der Eröffnung: „Der neue Reinraum bietet uns vielfältige Möglichkeiten, um den Verbund aus Forschung und Transfer weiter zu stärken“. Prof. Dr. Christoph Reich, stellvertretender Rektor der HFU und Prorektor für Forschung und Nachhaltigkeit, verwies ebenfalls auf die Einsatzmöglichkeiten in der Medizintechnik.
Bei KLS Martin waren Frank Reinauer, Leiter der Division Implantate, und Adem Aksu, Bereichsleitung Entwicklung für Implantate und Biomaterialien, bei der Eröffnung dabei. Beide begrüßten, dass der bisherige Innovationsgeist des Reinraums am neuen Standort fortgeführt wird.
Forschung mit Bezug zu Unternehmen und Region
Im Research Center verbindet die HFU Lehre, Forschung und industrielle Anwendung. Unterstützt werden die Forschungs- und Transferprojekte durch die Stadt Rottweil. Bei der Eröffnung waren Gäste aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik anwesend. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Maria-Lena Weiss hob die Rolle des Labors als Ort gemeinsamer Lösungen von Wissenschaft und Unternehmen hervor. Der Landtagsabgeordnete Stefan Teufel bezeichnete das Projekt als „eine gute Investition in die Zukunft“.
Wie Bucher berichtete, werden im Reinraum bereits Rottweiler Narren-Figuren mit Gold bedampft. Sein Team arbeitet außerdem an Plasma-Prozessen, die klimaschädliche Gase bei der Reinigung von Leiterplatten ersetzen könnten.
Geplantes Projekt mit Rottweiler Chirurgen
Als nächster Forschungsschritt ist ein Projekt mit Rottweiler Chirurgen vorgesehen. Dabei soll es um patientenspezifische Fingergelenk-Ersatzimplantate gehen. Einen konkreten Zeitplan nannte die Hochschule in der Mitteilung nicht.
Die HFU verweist für weitere Informationen auf ihr Research Center. Das neue Labor ist damit nicht in Tuttlingen angesiedelt, schafft aber durch die Spende von KLS Martin eine direkte Verbindung zwischen dem Tuttlinger Medizintechnikunternehmen und der angewandten Forschung in Rottweil.