In Altental ist ein Nest der Asiatischen Hornisse entfernt worden. Das Nest hing in rund 36 Metern Höhe in einem Baum. Wegen dieser ungewöhnlichen Höhe entschieden die Verantwortlichen, den Baum zu fällen. Die Maßnahme sollte dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der invasiven Hornissenart in Tuttlingen einzudämmen.
Nach der Fällung wurde das Nest am Boden mit einem Kohlendioxid-Löscher besprüht. Damit sollte verhindert werden, dass die Tiere auffliegen. Anschließend nahmen Mitglieder des Imkervereins Tuttlingen das Nest in speziellen Schutzanzügen auf. Die Stadt Tuttlingen veröffentlichte die Informationen am 1. Oktober 2026.
Drei Nester seit Mitte September gemeldet
Nach den vorliegenden Meldungen wurden seit dem 15. September drei Nester der Asiatischen Hornisse im Landkreis Tuttlingen entdeckt. Je eines lag auf den Gemarkungen Wurmlingen, Tuttlingen und Trossingen. Die Stadt rechnet in den kommenden Wochen mit weiteren Funden.
Ein Grund: Wenn die Bäume ihre Blätter verlieren, werden Nester in den Baumkronen leichter sichtbar. Nach Angaben der Stadt ist die Beseitigung gerade im Herbst wichtig. In dieser Jahreszeit entstehen die Jungköniginnen, die im Frühjahr neue Schwärme bilden können. Dadurch könnte sich das Problem weiter verschärfen.
Gefahr für Bienen und Artenvielfalt
Die Asiatische Hornisse breitet sich seit einigen Jahren stark in Baden-Württemberg aus. Sie jagt verschiedene Insekten, darunter Honigbienen, und kann dadurch Bienenvölker schwächen. Außerdem konkurriert sie mit geschützten heimischen Hornissenarten. Weil sie keine nennenswerten Fressfeinde hat und andere Arten stark dezimiert oder verdrängt, gilt sie als Gefahr für die Artenvielfalt. Auch Tier- und Naturschützer stimmen deshalb einer Bekämpfung zu.
Von der heimischen Europäischen Hornisse lässt sich die Asiatische Hornisse vor allem durch ihre Färbung unterscheiden. Sie ist etwas kleiner und deutlich dunkler. Kennzeichnend sind eine schwarze Brust, gelbe Beinenden und ein überwiegend dunkler Hinterleib mit einer markanten gelben Binde. Die Europäische Hornisse hat dagegen eine rotbraune Brust und einen deutlich gelb-schwarz gemusterten Hinterleib.
Was Bürger in Tuttlingen beachten sollten
Mögliche Nester sollten keinesfalls selbst entfernt oder gestört werden. Asiatische Hornissen verteidigen ihre Nester und können bei einer Störung in größerer Zahl angreifen. Für die Beseitigung sind geschulte Fachleute mit geeigneter Schutzausrüstung erforderlich.
Kleinere Gründungsnester entstehen im Frühjahr häufig an geschützten Stellen, etwa in Schuppen, Sträuchern oder in Bodennähe. Größere Sommernester hängen meist frei in Baumkronen. Sie können bis zu einen Meter hoch sowie kugel- bis birnenförmig sein und besitzen einen seitlichen Eingang.
Einzelne Tiere und Nester können über die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) oder über die App „Meine Umwelt“ gemeldet werden. Für die Prüfung werden ein Foto, der genaue Fundort und das Sichtungsdatum benötigt. Fotografieren sollten Bürger nur, wenn dies aus sicherer Entfernung möglich ist. Die Meldungen helfen dabei, die Verbreitung der Asiatischen Hornisse zu erfassen. Die Meldeplattform ist unter lubw.baden-wuerttemberg.de erreichbar.